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Erntemengenerhebung

Erntemengen Erhebungsblatt

Hier finden Sie das Erhebungsblatt Erntemengen.
Das Erhebungsblatt soll bei der Aufzeichnung der Erntemengen unterstützen und eine sichere und einfache Aufzeichnung ermöglichen. Die Aufzeichnung ist vor allem relevant, wenn Ackerkulturen am Betrieb eingelagert werden.

Rechtlicher Hintergrund zur Erntemengenerhebung

Im § 8 Absatz 1, Punkt 6 Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung (NAPV) sind die betriebsbezogenen Aufzeichnungsverpflichtungen geregelt. Die Erntemenge von Ackerkulturen ist mittels Wiegebeleg beziehungsweise mittels Ermittlung der (Silo-)Kubatur aufzuzeichnen. Eine Aufzeichnung hat zu erfolgen, wenn die Kultur über die Ertragslage Mittel gedüngt wird. Ackerfutter ist ausgenommen.

Ausgenommen von den betriebsbezogenen Aufzeichnungen sind Betriebe mit höchstens 5 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche beziehungsweise 2 ha Gemüsebau oder Betriebe mit über 90 % Dauergrünland oder Ackerfutter (siehe § 8 Abs. 2 NAPV).

Die Aufzeichnungen sind bis spätestens 31. Jänner für das jeweilige vorangegangene Kalenderjahr zu führen und sieben Jahre aufzubewahren.

Betriebe die in einem Nitratrisikogebiet liegen oder an der ÖPUL-Maßnahme „Vorbeugender Grundwasserschutz – Acker“ teilnehmen, müssen die Erntemengen immer nachweisen, unabhängig von der Ertragslage.

RIS - Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 16.04.2026

Die Ermittlung der Erntemengen hat nachvollziehbar zu erfolgen und muss im Falle einer Vor-Ort-Kontrolle erklärt werden können. Es gibt dafür keine Formvorschriften. Entscheidend sind Plausibilität und Nachvollziehbarkeit.

Erläuterung zum Erhebungsblatt

  • Kultur (lt. MFA): Hier ist die Kultur wie im Mehrfachantrag (MFA) angeführt einzutragen (z.B. Silomais, Corn-Cob-Mix (CCM), Grünschnittroggen, Winterweizen)
  • Erntedatum: Datum beziehungsweise Zeitraum der Ernte
  • Erntegut z.B. Maiskornschrot, Ganzkorn etc.: Form des Erntegutes (wie in der Sachgerechten Düngung - SGD Auflage 8.) angeführt. Die Form des Erntegutes hat Einfluss auf die Ertragsermittlung und damit auf die Ertragslage
  • Fläche in ha: Gesamte Fläche der geernteten Kultur, die auf einem Erhebungsblatt aufgezeichnet wird. Verschiedene Kulturen sollen auf jeweils einem Erhebungsblatt aufgezeichnet werden. Eine Kultur kann auch auf mehreren Erhebungsblättern aufgezeichnet werden, wenn z.B. eine unterschiedliche Nutzung erfolgt (ein Teil Körnermais, ein Teil Silomais).
  • Bezeichnung Lager | Silo | Anhänger: Die Bezeichnung des Lagers soll eindeutig und nachvollziehbar sein. Beispiele: Epple Hochsilo, Traunsteinsilo Nummer 3, Brantner Kipper, Pöttinger Faro, Fliegel ASW Taurus ect.
  • Volumen in m³ | Gewicht in t: Volumen des Silos oder Anhängers in m³ bei einer Einlagerung ohne wiegen. Gewicht in t bei der Nutzung einer Brückenwaage zur eigenen Ermittlung oder zur Summierung von Wiegebelegen
  • Füllmenge in %: Wird ein Silo oder Anhänger nur teilweise befüllt, so kann hier eine geringere Füllmenge aufgezeichnet werden, z.B. Hochsilo 2: 80 %, großer Kipper: 50 %
  • Anzahl Silo | Fuhren: Wird ein Kipper mehrfach zu 100 % befüllt und entleert bzw. gib es mehrere idente Silos, kann hier die Anzahl aufgezeichnet werden, z.B. großer Kipper 6 Fuhren, Abschieber 1: 9 Fuhren, Fahrsilo 250 m³ 2-mal
  • Gesamt m³ | t: Summe aller aufgezeichneten m³ und t am Erhebungsblatt
  • Kommentar (Wassergehalt, hl, Protein): Feld für Kommentare wie Wassergehalt oder Hektolitergewicht zur genauen Ermittlung der Erntemenge bei z.B. Getreide und Silage oder für den Proteingehalt zur Ermittlung der Ertragslage bei Weizen.

Ergänzende Berechnungen

Gewichte sind bei trocken eingelagerten Kulturen mit nachfolgenden Feuchtigkeiten zu erheben:
14 % Getreidearten, Körnermais, Sorghum, Rispenhirse, Körnererbse, Ackerbohne, Lupine
13 %, Sojabohne 
9 % Körnerraps, Körnersenf, Körnerhanf, Ölkürbis, Öllein, Kümmel
8 % Sonnenblume, Mohn

Formel für Ernte-Trockengewicht = Erntefeuchtgewicht * (100 – Feuchtigkeit) / (100 – Zielfeuchte)

Bestimmung hl- Gewicht

Getreideprobe in ein Gefäß mit einem Volumen von 1 l füllen. Entsprechende Masse des Getreides mit einer Waage ermitteln. Leergewicht des Gefäßes abziehen bzw. die Waage vor Befüllen des Gefäßes tarieren.
Je nach Waage erhält man ein Ergebnis in Gramm (g), Dekagramm (dag) oder Kilogramm (kg)
1 Hektoliter = 100 l
  • Rechenbeispiel:  650 g/l = 65 dag/l = 0,65 kg/l

Volumenberechnung

Die Formeln dienen zur Berechnung des Volumens verschiedener Formen von Silo, Lager oder Anhänger. Die Berechnung in Meter (m) ergibt das Volumen in Kubikmeter (m3).
π = Pi = 3,14159…
Kubatur Hochsilo (rund) ohne Trichter
V = π * Radius2 * Höhe (Silo)
Kubatur Hochsilo (rund) mit Trichter
V = 0,333 * π * Radius2 * Höhe (Trichter) + π * Radius2 * Höhe (Silo)
Kubatur Silo eckig mit Trichter
V = Länge * Breite * Höhe (Silo) + 0,333 * Länge * Breite * Höhe (Trichter)
Kubatur Flachlager, Hochsilo (eckig) Fahrsilo mit geraden Wänden oder Anhänger
V = Länge * Breite * Höhe
Kubatur Flachsilo, Traunsteinsilo mit schrägen Wänden
V = 0,5 * (Breite oben + Breite unten) * Höhe * Länge

Berechnungshilfe

Im LK-Düngerrechner sind automatische Berechnungshilfen in den Registerkarten Ertragsdokumentation und Ertragsabschätzung in Kubikmeter (m3) zu finden.

Ermittlung der Ertragslage

Mit den folgenden Tabellen kann die ermittelte Erntemenge in eine Ertragslage laut den Richtlinien für die sachgerechte Düngung eingeteilt werden. Dazu sind die Erntemengen der Kulturen je Hektar mit den Tabellenwerten zu vergleichen.
Tabelle 27 1.jpg
© Richtlinien für die sachgerechte Düngung im Ackerbau und Grünland, 8. Auflage aktualisierte Version 2023, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft
Tabelle 27 2.jpg
© Richtlinien für die sachgerechte Düngung im Ackerbau und Grünland, 8. Auflage aktualisierte Version 2023, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft
Tabelle 26.jpg
© Richtlinien für die sachgerechte Düngung im Ackerbau und Grünland, 8. Auflage aktualisierte Version 2023, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft

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