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NID "NitratInformationsDienst"

Der NID stellt eine Information über das Nmin-Potenzial und somit über den Vorrat an Nitratstickstoff im Boden zur Verfügung. Ziel ist eine bedarfsgerechte Düngung zu Weizen, Triticale und Mais und somit eine Verringerung des Nitrataustrags ins Grundwasser.

Nitratinformationsdienst (NID) - Ergebnisse und Empfehlungen zu Winterweizen, Triticale und Roggen 2024

Mit einer Anpassung der Stickstoffdüngung an den Vorrat an mineralischem und damit pflanzenverfügbarem Stickstoff im Boden wird sowohl eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung sichergestellt als auch ein Nitrataustrag ins Grundwasser vermieden. Der Nitratinformationsdienst liefert dazu die aktuellen Düngeempfehlungen für Winterweizen, Triticale und Winterroggen. Weitere Empfehlungen zu Mais werden bis Ende März zur Verfügung gestellt.

Für die Empfehlungen wurden vom 07. bis 15. Februar 2024 37 Schläge auf der nördlichen (22) und südlichen (15) Traun-Enns-Platte in einer Tiefe von 0 bis 90 cm beprobt (getrennte Beprobung der Tiefenstufen 0 bis 30 cm, 30 bis 60 cm und 60 bis 90 cm) und der mineralische Stickstoff analysiert (Nitrat in allen drei Tiefenstufen, Ammonium in 0 bis 30 cm). Ab einem bestimmten Vorrat an mineralischen Stickstoff im Boden kann Stickstoffdünger eingespart werden. Dabei ist von den Düngeempfehlungen der Richtlinien für die sachgerechte Düngung auszugehen.

Zur Interpretation der Ergebnisse wurden mögliche Einflussfaktoren auf den Vorrat an mineralischem Stickstoff erhoben. Das waren die Hauptfrucht, die Vorfrucht, Wirtschaftsdüngeranwendung und die Bodenverhältnisse.

Vorrat an pflanzenverfügbaren Stickstoff Mitte Februar 2024

Der Gehalt an mineralischem Stickstoff (Nmin) betrug im Durchschnitt (gerundet) 29 kg N/ha (2023: 48 kg N/ha, 2022: 37 kg N/ha, 2021: 49 kg N/ha), in den einzelnen Tiefenstufen durchschnittlich 13 kg in den obersten 30 cm, 8 kg in 30 bis 60 cm und 7 kg in 60 bis 90 cm Tiefe. Die Werte der heuer untersuchten Schläge lagen zwischen 15 und 47 kg N/ha in 0 bis 90 cm Bodentiefe und damit auf durchaus niedrigem Niveau. Nur vier der untersuchten Feldstücke hatten Nmin Gehalte im Boden zwischen 40 und 50 kg N/ha.

Unterschiede zwischen Nmin Gehalte von Schlägen in der nördlichen Traun-Enns-Platte (Bezirke Linz Land und Wels Land) und der südlichen (Bezirke Kirchdorf und Steyr) waren nicht feststellbar. Im Durchschnitt machte es auch keinen Unterschied, ob Winterweizen, Triticale oder Roggen angebaut war. Die am häufigsten vertretenen Vorfrüchte waren Körnermais, Soja und Ackerbohne. Auf die im Februar gemessenen Nmin Gehalte hatte dies nur sehr geringe Auswirkungen. Felder mit langjähriger Wirtschaftsdüngerausbringung hatten jedoch (unter Berücksichtigung der Vorfrucht) etwas höhere Nmin Gehalte, wenngleich der Unterschied mit durchschnittlich 7 kg N/ha ebenfalls gering ausfällt.

Empfehlung zu Getreide

Nmin Vorräte im Boden, die 40 kg N/ha übersteigen, können auf die empfohlene Düngemenge (gemäß Richtlinien für die sachgerechte Düngung) angerechnet werden, ohne dass Ertragseinbußen zu erwarten sind. Werte über 40 kg N/ha wurden im Februar aber nur vereinzelt gemessen, sodass sich unter durchschnittlichen Bedingungen heuer aus den Nmin Vorräten kein Einsparungspotenzial ergibt.

Es wird daher empfohlen, entsprechend den Richtlinien für die sachgerechte Düngung (8. Auflage) unter Berücksichtigung der Standortfaktoren, insbesondere der Ertragslage, zu düngen. Die heuer festgestellten niedrigen Nmin Gehalte im Oberboden sollten bei der ersten Düngegabe berücksichtigt werden.

Geltende Obergrenzen, z.B. Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung, GRUNDWasser 2030, pauschale Empfehlungen (RlsgD) und sonstige Vorgaben zur Düngereduktion sind jedoch einzuhalten und bleiben von den Empfehlungen unberührt.
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Die Nmin-Werte liegen heuer auf einem niedrigen Niveau. Das konnte auch bei den Nitratwerten in Niederösterreich beobachtet werden. © BWSB/Wallner