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NID "NitratInformationsDienst"

Der NID stellt eine Information über das Nmin-Potenzial und somit über den Vorrat an Nitratstickstoff im Boden zur Verfügung. Ziel ist eine bedarfsgerechte Düngung zu Weizen, Triticale und Mais und somit eine Verringerung des Nitrataustrags ins Grundwasser.

Nitratinformationsdienst (NID) – Düngeempfehlungen zu Mais 2022

Mit einer Anpassung der Stickstoffdüngung an den Vorrat an mineralischem und damit pflanzenverfügbarem Stickstoff im Boden wird sowohl eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung sichergestellt, als auch ein Nitrataustrag ins Grundwasser vermieden. Der Nitratinformationsdienst liefert dazu die aktuellen Düngeempfehlungen jetzt auch für Mais.
Achtung: Für Teilnehmer am GRUNDWasser 2020 ist eine Düngung zu Mais erst ab 22. März möglich.
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Maisdüngung – eine bedarfsgerechte Düngung, exakt abgestimmt nach der Ertragslage, verhindert Nährstoffverluste ins Grundwasser. © BWSB/Wallner
Mais gilt als robuste, massenwüchsige Pflanze. In der kurzen Wachstumsperiode benötigt er für eine rasche Jugendentwicklung eine optimale Nährstoffversorgung. Rund 75 % der gesamten Nährstoffmenge werden innerhalb eines Monats aufgenommen. Ab dem Acht-Blatt-Stadium beginnt der Mais sehr stark ins Massenwachstum überzugehen. Daher muss die Düngung den Anforderungen betreffend Menge, Verfügbarkeit und der Platzierung von Nährstoffen gerecht werden.
Eine starke Andüngung vor der Saat ist unbedingt zu vermeiden, da im späten Frühjahr, insbesondere bei leichteren Böden, eine große Auswaschungsgefahr bei Starkregenereignissen besteht. Um Nährstoffauswaschungen zu verhindern, ist es sinnvoll, die Düngegaben zu teilen. Eine Gabenteilung entspricht auch den pflanzenbaulichen Grundlagen. Ergebnisse von Lysimetermessungen zeigen nahezu jährlich, dass gerade bei Mais im Juni ein höheres Auswaschungspotenzial bestehen kann. Dies deutet darauf hin, dass der Mais hohe Stickstoff-Startgaben nur begrenzt umsetzen kann. Weiters ist auf eine richtige Einschätzung der Ertragslage unbedingt zu achten. Die Ertragslage ist im mehrjährigen Durchschnitt ohne Berücksichtigung von Ausreißern nach oben (Spitzenerträge) bzw. nach unten (niedrige Erträge z.B. bei Trockenheit, Hagel, …) zu ermitteln und ist bei der Erstellung des Düngeplanes zu berücksichtigen.
Für die Empfehlungen wurden vom 28. Februar bis 2. März 47 Schläge auf der nördlichen (20) und südlichen (27) Traun-Enns-Platte in einer Tiefe von 0 bis 90 cm beprobt (getrennte Beprobung der Tiefenstufen 0 bis 30 cm, 30 bis 60 cm und 60 bis 90 cm) und der mineralische Stickstoff analysiert (Nitrat in allen drei Tiefenstufen, Ammonium in 0 bis 30 cm). Ab einem bestimmten Vorrat an mineralischen Stickstoff im Boden kann Stickstoffdünger eingespart werden. Dabei ist von den Düngeempfehlungen der Richtlinien für die sachgerechte Düngung auszugehen.

Zur Interpretation der Ergebnisse wurden mögliche Einflussfaktoren auf den Vorrat an mineralischem Stickstoff erhoben. Das waren die Vorfrucht, der Viehbesatz (Veredlungsbetrieb oder Marktfruchtbetrieb) und die Bodenverhältnisse.

Vorrat an pflanzenverfügbaren Stickstoff Anfang März 2022

Der Gehalt an mineralischem Stickstoff (Nmin) betrug im Durchschnitt (gerundet) 42 kg N/ha (im Vorjahr waren es 48 kg N/ha), in den einzelnen Tiefenstufen: durchschnittlich 22 kg in den obersten 30 cm, 13 kg in 30 bis 60 cm und 7 kg in 60 bis 90 cm Tiefe. Die Hälfte der Werte liegen in einem Bereich zwischen 31 und 51 kg N/ha in 0 bis 90 cm Bodentiefe. Zwei Schläge hatten Nmin-Gehalte unter 20 kg N/ha, vier Schläge über 70 kg N/ha, der höchste Wert betrug 89 kg N/ha. Die Werte liegen in diesem Jahr somit bis auf Einzelfälle auf niedrigem bis mittlerem Niveau.
Unterschiede zwischen Nmin-Gehalte von Schlägen in der der nördlichen Traun-Enns-Platte (Bezirke Linz Land und Wels Land) und der südlichen (Bezirke Kirchdorf und Steyr) waren nicht feststellbar. Da ein Großteil der Ergebnisse in einem engen Bereich liegt, ist die Auswirkung der Vorfrucht auf die Höhe der Nmin-Gehalte gering. Generell sind die durchschnittlichen Nmin-Gehalte nach Wintergetreide (45 kg N/ha) um 10 kg N/ha höher als nach Mais oder Soja (durchschnittlich 35 kg N/ha), das Einsparungspotenzial bei der Düngung ist aber auch bei Wintergetreide gering, da nur Beträge über 40 kg N/ha anzurechnen sind.

Das ergibt nach Vorfrucht Wintergetreide eine geringe Einsparungsmöglichkeit bei der Düngung von nur 5 kg N/ha. Die empfohlene Einsparung bezieht sich auf die gesamte für den Maisvorgesehene Düngemenge und kann daher beim ersten oder zweiten Düngetermin vorgenommen werden. Als Grundlage für die Einsparung ist eine ertragslagenabhängige Einschätzung des Düngebedarfs vorzunehmen.

Vorschriften hinsichtlich maximaler Gaben- bzw. Einzelgabenbeschränkungen, Düngeobergrenzen lt. ÖPUL, CC usw. sind einzuhalten! Eine etwaig durchgeführte Herbstdüngung (Zwischenfrucht) und die Vorfruchtwirkung gemäß Aktionsprogramm Nitrat ist zu berücksichtigen.
Wichtig: Für Teilnehmer am GRUNDWasser 2020 ist eine Düngung zu Mais erst ab 22. März möglich.

Nähere Informationen bei der Boden.Wasser.Schutz.Beratung unter 050/6902-1426.

Ergebnisse und Empfehlungen zu Winterweizen und Triticale 2022

Mit einer Anpassung der Stickstoffdüngung an den Vorrat an mineralischem und damit pflanzenverfügbarem Stickstoff im Boden wird sowohl eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung sichergestellt als auch ein Nitrataustrag ins Grundwasser vermieden. Der Nitratinformationsdienst liefert dazu die aktuellen Düngeempfehlungen für Winterweizen und Triticale. Heuer liegt auffallend weniger mineralisierter Stickstoff vor, als in den Vorjahren.
Achtung: Sowohl Weizen als auch Triticale dürfen bei Teilnahme an der ÖPUL Maßnahme GRUNDWasser 2020 erst ab 2. März angedüngt werden. Weitere Empfehlungen zu Mais werden bis Ende März zur Verfügung gestellt.
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Bei der diesjährigen Nmin-Ziehung von 10. bis 15. Februar waren nur kurze Zeitfenster gegeben, wo eine Befahrbarkeit möglich war. Das war vorwiegend in der Nacht bzw. in den frühen Morgenstunden möglich. © wpa
Für die Empfehlungen wurden vom 10. bis 15. Februar 31 Schläge auf der nördlichen (17) und südlichen (14) Traun-Enns-Platte in einer Tiefe von 0-90 cm beprobt (getrennte Beprobung der Tiefenstufen 0-30 cm, 30-60 cm und 60-90 cm) und der mineralische Stickstoff analysiert (Nitrat in allen drei Tiefenstufen, Ammonium in 0-30 cm). Ab einem bestimmten Vorrat an mineralischen Stickstoff im Boden kann Stickstoffdünger eingespart werden. Dabei ist von den Düngeempfehlungen der Richtlinien für die sachgerechte Düngung auszugehen.

Zur Interpretation der Ergebnisse wurden mögliche Einflussfaktoren auf den Vorrat an mineralischem Stickstoff erhoben. Das waren die Vorfrucht, der Viehbesatz (Veredelungsbetrieb oder Marktfruchtbetrieb) und die Bodenverhältnisse.

Vorrat an pflanzenverfügbaren Stickstoff Mitte Februar 2022

Der Gehalt an mineralischem Stickstoff (Nmin) betrug im Durchschnitt (gerundet) 37 kg N/ha (2021: 49 kg N/ha), in den einzelnen Tiefenstufen durchschnittlich 15 kg in den obersten 30 cm, 12 kg in 30 bis 60 cm und 10 kg in 60 bis 90 cm Tiefe. Die meisten Werte liegen in einem Bereich zwischen 20 und 50 kg N/ha in 0 90 cm Bodentiefe. Zwei Schläge hatten Nmin-Gehalte unter 20 kg N/ha, zwei Schläge über 60 kg N/ha, davon einer 100 kg N/ha. Die Werte liegen in diesem Jahr somit bis auf Einzelfälle auf niedrigem Niveau.

Unterschiede zwischen Nmin Gehalte von Schlägen in der der nördlichen Traun-Enns-Platte (Bezirke Linz Land und Wels Land) und der südlichen (Bezirke Kirchdorf und Steyr) waren nicht feststellbar. Eine gewisse Auswirkung der Vorfrucht auf die Höhe der Nmin Gehalte war jedoch feststellbar.
  • Nach Körnerleguminosen (Sojabohne, Ackerbohne) betrugen diese im Durchschnitt 46 kg N/ha.
  • Nach Mais (Körnermais und Silomais) lagen die Nmin Gehalte im Durchschnitt bei 34 kg N/ha.
  • Nach anderen Vorfrüchten (Zuckerrübe, Mohn) waren die Nmin Gehalte noch niedriger und betrugen im Durchschnitt 27 kg N/ha.
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Heuer liegen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich niedrigere Nmin- Werte vor. Das ist lei-der kein Trost bei den aktuellen Düngerpreisen. Eine ausgewogene, bedarfsgerechte Nährstoffversorgung ist jedenfalls Grundvoraussetzung für einen guten Ertrag. © BWSB/Wallner
Die Messwerte ergeben nur bei Vorfrucht Sojabohne (und Ackerbohne) eine Einsparungsmöglichkeit bei der Stickstoffdüngung. Diese liegt mit durchschnittlich 10 kg N/ha im üblichen Bereich, mit der die Ernterückstände dieser Vorfrucht zu bewerten sind. Die empfohlene Einsparung bezieht sich auf die gesamte für das Getreide vorgesehene Düngemenge und kann daher beim ersten, zweiten oder dritten Düngetermin vorgenommen werden. Eine bereits erfolgte Herbstdüngung muss jedoch bei der Gesamtdüngemenge berücksichtigt werden.

Bei Vorfrucht Mais ergaben die Messungen für heuer kein Einsparungspotenzial bei der N-Düngung. Geltende Obergrenzen (Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung, GRUNDWasser 2020) und pauschale Empfehlungen (Richtlinie für sachgerechte Düngung) sind jedoch einzuhalten.

Die Empfehlungen gelten in gleicher Weise für Schläge mit Winterweizen als auch mit Triticale.